Online-Petition

Dieser Radweg zerstört unsere Wetterbach-schlucht!

S






Skizze / mögliches Aussehen der Schlucht nach Fertigstellung des Radwegs     

Liebe Mitbürger*innen von Wolfartsweier und Grünwettersbach

Die Stadt Karlsruhe plant im Auftrag des Regierungsräsidiums Karlsruhe einen Radweg entlang der L623 zwischen den Ortsteilen Grünwettersbach und Wolfartsweier (ca.1,2 km). Der bestehende Fuß- und Radweg soll verbreitert werden. Aufgrund der Topographie sind gigantische Erdbewegungen verbunden mit umfangreichen Baumfällungen notwendig. Zudem soll die L623 im Zuge der Baumaßnahmen für ca. 8-12 Monate voll gesperrt werden, was den Nachbarort Hohenwettersbach, sowie die Nebenstraßen stark belasten wird. Eine Umleitungsstrecke für Fernverkehr (rund 10.000 KFZ pro Tag) wie auch für Busse und Radfahrer ist noch nicht festgelegt. Das Projekt wurde als vereinfachtes Konsensverfahren (Absehensentscheid), ohne Planfeststellung, Umweltverträglichkeitsprüfung bzw. Bürgerbeteiligung, eingestuft. Die Planung des Landesradwegs läuft jedoch ohne Berücksichtigung der Naturschutzbelange unbeirrt weiter. Dabei gibt es genug Gegenargumente und Alternativen.

Kosten

Die Kosten sind bis heute nicht bekannt. Auch auf Nachfragen der Ortschaftsräte beider Ortsteile bei den Präsentationen vom 17.09.24 wurden vom Regierungspräsidium keine Aussagen gemacht. Schon aufgrund der gewaltigen Erdbewegungen und der nachfolgenden Erstellung des Kunsthangs (bewehrte Erde + Gabionen) gehen wir von einem Millionenbetrag aus. Wer die Großprojekte in Karlsruhe verfolgt, der weiß, dass sie am Ende viel teurer sind als veranschlagt. Schon bei Wildparkstadion, Stadthalle und Kombilösung betrugen die tatsächlichen Ausgaben das Mehrfache der veranschlagten Kosten. Das Land Baden-Württemberg übernimmt die Kosten des Radwegausbaus entlang Landstraßen. Somit fallen für Karlsruhe keine Kosten an. Damit verlor die von Bürgern, Radfahrern und Naturschützern präferierte Variante über den bestehenden Waldweg unterhalb der Autobahn schnell an Bedeutung.

Natürlich ist dieser Waldwirtschaftsweg kein fertiger Radweg, aber man könnte ihn zu einem Ausbauen.

 Für die Steuerzahler wäre die Waldvariante deutlich günstiger und würde einen deutlich kleineren Eingriff in das Ökosystem bedeuten.

Zudem hätten die Arbeiten daran kaum einen Einfluß auf den Verkehr auf der L623.


Ungeeignete Ausgleichsmaßnahmen


Die Wettersbacher Waldschlucht mit ihrem natürlichen Bachlauf ist Lebensraum für die größte Population an Feuersalamandern im Karlsruher Raum. Aufgrund der erheblichen Beeinträchtigung der Salamander sind AUSGLEICHSMASSNAHMEN in mehreren STILLGEWÄSSERN vorgesehen. Schon vor 5 Jahren haben die Naturschutzverbände dies kritisiert, da der Salamander in KLAREN FLIESSGEWÄSSERN ablaicht. Im Mai 2024 wurde erneut eine belegende wissenschaftliche Studie und weitere Bedenken vorgelegt wie auch die Meldung anderer extrem gefährdeter Amphibienarten. Trotzdem bleibt das Gesamtprojekt unberührt. Hierzu sollte man wissen, dass bei einem Natureingriff der Wert der Massnahme als Ökopunkte errechnet wird. Wenn die Massnahmen nicht greifen, also sich der Umsetzungserfolg als nicht durchführbar erweist, sei es durch Wassermangel, Überhitzung durch Freiflächen statt Waldfläche, veränderter Lebensraum, wird der errechnete Schaden einfach durch eine Wiedergutmachung an einer anderen Massnahme in Höhe der Punkte ausgleichend erbracht. In anderen Worten: Wenn UNSERE hier beheimateten und geschützten Waldbewohner zu Gunsten des überdimensionierten Radweg-Förderprojekts verkümmern, dann werden die hierfür gesammelten Ökopunkte an irgendeine andere Massnahme übertragen.


Landschaftsschutzverordung

„Grünwettersbacher Wald-Hatzengraben“


Wir sind der Meinung, dass das Vorhaben mit der LSG-VO und deren Schutzzweck nicht vereinbar ist. Die Verordnung besagt: "Wesentlicher Schutzzweck ist die Bewahrung des Gebietscharakters (..) in Form des Hangwaldes mit seinen naturnahen Laubholzbeständen". Es sollen „die reizvollen Waldrandsituationen erhalten und entwickelt werden (Anm.: nicht vernichtet). Die Wetterbachschlucht ist in ihrem Charakter naturdenkmalwürdig.“ Für die Oberrheinischen Waldfreunde (Kreisverband der Schutzgemeinschaft Dt.Wald) hat der Landschaftsaspekt Seltenheitswert. Wikipedia definiert eine Schlucht als enge Talform mitsamt den steilen Hängen, geschaffen durch fließendes Gewässer. Obwohl die Planer Eingriffe wie Rodung und Verfüllung einer Berghangseite vornehmen wollen, soll dies also den Charakter des Gebiets nicht verändern und auch dem Schutzzweck nicht erheblich zuwider laufen. Wir widersprechen dieser Auffassung entschieden.


Kunsthang statt Waldklima

Es muss „relativ stark“ in die Böschung eingegriffen werden. (Sachstandsbericht OR 17.09.24) Die Radwegbreite inkl.Sicherheitszone sieht 4,25 m vor. Dazu muss die bergseitige Böschung bis 20 m Tiefe und 10 m Höhe mit bis zu 15.000 m³ abgegraben werden. Zur Stabilisierung wird das System „Bewehrte Erde“/ Sand-Kiesgemisch von ca. 6.900 m³ eingetragen und verdichtet. Es werden Gabionen bzw. Winkelstützelemente benötigt. Die gesamten Erdbewegungen entsprechen geschätzt 2.500 – 3.000 LKW-Ladungen.

FAZIT: Die Hangseite entspricht eher nur noch einer technischen Gesamtkonstruktion. Man muss sich klar darüber sein, dass bei einer bestenfalls begrünten Oberflächenschicht kein Wachstum von Bäumen mehr möglich ist, also auch eine natürliche Waldfunktion so nicht mehr gegeben ist. Auch wird sich das Erscheinungsbild der Landschaft enorm verändern!

 NATÜRLICH müssen zuvor die hangseitigen Waldbäume (es sind bereits wertvolle Bäume markiert, siehe auch Bildergalerie) bis zur Bautiefe, aber auch ein Korridor darüber hinaus gerodet werden. Aus Wald wird also Freifläche. Rodungsbeginn: Winter 2025/2026!!!!


Autobahnlärm und Klima

Rund um Wolfartsweier und an Grünwettersbach vorbei schlängelt sich die A8. Schon heute ist die Lärmbelästigung für viele Bürger unerträglich, nachts ist zudem oft ein gesundheitsschädliches Dauerbrummen angesagt. In Richtung Grünwettersbach verläuft die Autobahn steil ansteigend und parallel zur Waldschlucht. Der Lärm wird auf natürliche Weise durch die absorbierende Wirkung der Laubbäume auf der
gegenüberliegenden Hangseite eingeschränkt. Mit Rodung bzw. Verdichtung der rund 6.000 qm Waldfläche würden sich die Schallwellen auf den Freiflächen ungehinderter ausbreiten.
Geeignete Erleichterungsmassnahmen zur Lärmminderungan der Autobahn waren bisher stets zu teuer; nun wird darüber nachgedacht, wie man dieses Problem noch ausbaut.
Wir vermissen ein Lärmgutachten und Aufklärung. Wollen und können die Anwohner noch mehr Lärm ertragen?
Mit einem Sommergewitter besteht die Gefahr der Überflutung.Das Oberflächenwasser versickert nicht im Waldboden, sondern fließt nicht ab, sondern über Kunsthang, Teerfläche und Bach in Richtung Wolfartsweier.
Es ist anzunehmen, dass sich durch die Freifläche die kühlende Wirkung des Waldklimas für Grünwettersbach verändern wird.
Es ist anzunehmen, dass die dann veränderten Klimabedingungen den Lebensraum der Feuersalamander und anderer Waldbewohner zerstört.


Geringe Nutzung – Wenig Aussicht auf mehr Radfahrer

Das Tiefbauamt hat die Anzahl der Radfahrer auf generell 10 /Std. geschätzt. Wir haben eine eigene Zählung durchgeführt und sind zur Rush Hour (morgens und nachmittags) auf morgens 10 /Std. bergab und 5 /Std. bergauf gekommen. Abends hat sich das Verhältnis gedreht. Außerhalb dieser Zeiten sieht man Fahrradfahrer nur sehr vereinzelt. Wir meinen, Kosten und Nutzen passen nicht.


Meinung der Radfahrer

Wir haben auch die Radfahrer befragt. Aktuell fühlen sich die meisten Radfahrer auf der Straße unsicher. Die Mehrheit der befragten Radler wusste überhaupt nichts von der Radwegplanung. Diese sieht vor, dass Radfahrer von GW nach WW auf der Fahrbahn fahrend diese mitten im Verkehrsfluß zum gegenüberliegenden Radwegbeginn überqueren müssen!!! (Wie bei den Unfallforschern der Versicherer nachzulesen ist, passieren 2/3 der Radunfälle auf Landstraßen beim Einfahren, bzw. Queren und 1/3 beim Längsfahren) Dies, wie auch die Eingliederung des Radweges bei Wolfartsweier empfanden die meisten als schlecht durchdachte Lösung bzw. weiterhin gefährlich. Im GW Ort selbst fährt man anschließend nach wie vor auf der engen Fahrbahn weiter. Somit wird auch keine wirkliche Lücke geschlossen. Aus Sicht der Radfahrer bedarf es einer sicheren Verbindung auf der Bergabfahrt von GW nach Wolfartsweier. Eine “Radautobahn” ohne richtige Zu– und Abfahrt ist keine gute Lösung und wird auch nicht mehr Wettersbacher auf das Rad steigen lassen.


Hier geht´s zum Umfrageergebnis

Wir haben eine Umfrage unter den Radfahrern durchgeführt, welche diese Strecke regelmäßig (teilweise täglich) befahren.

Umfragergebnis (PDF)


Mögliche Alternativen


Es gibt einen bestehenden Waldwirtschaftweg zwischen der L623 und der Autobahn. Dieser könnte zu einem Bruchteil der Kosten und ohne größere Eingriffe in die Natur zu einem "Einbahn-Radweg" nach Wolfartsweier ausgebaut werden. Er ist kein fertiger Radweg, sowohl die Beschaffenheit, als auch das Gefälle müssten angeglichen werden. Aber es wäre eine sichere Verbindung nach Wolfartsweier, die mit weitaus weniger Aufwand (Baumfällungen, Erdbewegungen, Vollsperrung) umzusetzen wäre. Die Argumente von Stadt und RP "sehr starkes Gefälle" und "fehlende soziale Kontrolle" kann ich nicht nachvollziehen. In Ettlingen wurde ein bestehender Wald-Wirtschaftsweg zum Radweg nach Spessart umgebaut. Dieser Radweg wurde gemäß Landesgemeindeverkehrsfinanzierungskonzept (LGVFG) gefördert, weil ressoucenschonend ein bestehender Forstweg zu einem Radweg ausgebaut wurde. Diesen Finazierungsweg könnte auch die Stadt Karlsruhe beschreiten. Den bestehnden Fuß - und Radweg von Wolfartsweier nach GW sollte man etwas verbreitern, damit sich 2 Radfahrer bergauf gefahrlos überholen können. Weiterer Vorteil dieser Variante wäre, dass ein gefährliches Kreuzen der Fahrbahn für Radfahrer vermieden würde.


       Film zum alternativen Radweg entlang der Autobahn:  https://c.web.de/@319442900175820759/sFoVnLg5QjWj2_l9tbcmJg





Share by: